Etage Eins – Modekultur made in Germany

Von Tobias Jopp geschrieben am 13/08/2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto by Jan Leschke)

Heute möchten wir Euch gerne von einem tollen Ladenprojekt aus Hamburg berichten, das wegweisend für die Modewelt ist. Freddy Mouchawrab – Inhaber der Etage Eins – hat uns freundlicherweise die Möglichkeit gegeben, ein paar Blicke „hinter die Kulissen“ der Etage Eins zu werfen. Wir haben uns mit ihm getroffen und es entwickelte sich ein tolles und v.a. sehr interessantes Gespräch, von dem wir Euch hier erzählen möchten.

FKK: Wie lange gibt es Dein Ladenprojekt „Etage Eins“ schon?

Freddy: Mittlerweile befinden wir uns im 6. Jahr; wir haben die sogenannte „5-Jahresgrenze“ überschritten, worauf wir sehr stolz sind

FKK: Warum hast Du jetzt die Hafencity als Standort gewählt?

Freddy: Die Hamburger Hafencity bietet eine tolle Lage und Erreichbarkeit für unsere Kunden. Ich wollte gerne die Designer „bündeln“ und in eine nette Nachbarschaft integrieren, die ebenfalls mit Mode zu tun hat. Darüber hinaus ist es unglaublich reizvoll das „neue Entstehen“ des Überseequartiers am eigenen Leib und mittendrin zu erfahren. Man muss sich nicht an Bestehendes anpassen, sondern kann sich einbringen und es mit gestalten. Die Entwicklung ist einfach super spannend!

FKK: Was für eine Zielgruppe sprichst Du in der Etage Eins an?

Freddy: Mir ist es sehr wichtig, dass sich jedermann angesprochen fühlt. Es geht hier nicht nur um Luxus, sondern in erster Linie um Service, Qualität und Nachhaltigkeit. Es kommen viele Designinteressierte zu uns, aber auch viele, denen einfach ein klassisches, gutes Aussehen wichtig ist.

FKK: Was ist der Schlüssel zu Deinem Erfolg?

Freddy: Zu Beginn steht immer die eigene Vision/Inspiration im Vordergrund. Ganz wichtig dabei ist, dass man hinter dem steht, was man tut – dass man dem Ganzen einen Sinn gibt. Die Liebe zur Sache und die Leidenschaft sollte immer im Fokus stehen!

FKK: Was würdest Du als Deine wichtigsten Einflüsse bezeichnen?

Freddy: „Kooperation statt Konkurrenz“ – bei der Etage Eins geht es in erster Linie um „gemeinsames Darstellen“! Mit der Zeit ist ein Netzwerk der Designer entstanden, das aus Kraft und Stärke Tag für Tag wächst. Ich stehe dabei als Person nicht im Vordergrund − die Designer kooperieren miteinander und arbeiten zusammen an einem erfolgreichen Projekt.

FKK: Sollte man in Deinen Augen gerne mal was Neues wagen oder lieber bei Altbewährtem bleiben?

Freddy: Wir in der Etage Eins verkaufen nicht nur Trends. Uns liegt es besonders am Herzen, den „Menschen“ zu kleiden und nicht die Figur. Ich persönlich mag es nicht „zu viel“. Vor allem heutzutage sind schnelllebige Trends angesagt und ich finde es wichtig, dass man nicht jedem Trend hinterher rennt. Ich möchte meine Kunden bedürfnisorientiert beraten. Wenn jemand im Gefühl hat, dass er gerne die Farbe oder den Schnitt XY ausprobieren möchte, rate ich auch gerne dazu. Also immer mal was Neues ist gut und spannend, aber v.a. sollte sich jeder in dem eigenen Outfit wohlfühlen.

FKK: Was ist das Wichtigste, das Du bei Deiner Arbeit mit den Kunden gelernt hast?

Freddy: Den Menschen nehmen, wie er ist! Hier stehen nicht die Maße o.ä. im Vordergrund. Ich möchte, dass sich unsere Kunden wohl fühlen. Wir sind für den Menschen da und unsere Mode wird an ihn angepasst und nicht andersherum. Eine persönliche und freundliche Beratung ist Ehrensache!

FKK: Gibt es Bestseller und wenn ja: welche sind das und warum?

Freddy: Kleider verkaufen sich ziemlich gut – egal ob für Tag, Business, Dinner oder Abend. Gerade die kleineren Labels produzieren tolle Kleider mit einer sehr guten Passform.
Bei den Herren ist „Hannes Roether“ vorne mit dabei und bei den Damen steht „FKK“ hoch im Kurs. Eure Kleider sind einfach herrlich zu tragen und sitzen wie eine zweite Haut, wie unsere Kundinnen berichten. Manchmal kann man gar nicht so schnell gucken, wie sie hier verkauft werden.

FKK: Wonach gehst Du bei der Auswahl Deiner Labels?

Freddy: Zu Beginn wurde die „Etage Eins“ nur durch Hamburger Designer vertreten. Mit der Zeit deckten wir ganz Deutschland ab. Es ist aber keine Frage des Patriotismus – wir möchten mit den deutschen Produkten u.a. das Thema Nachhaltigkeit durch die Produktion in Deutschland hervorheben. Außerdem können wir dadurch einen sogenannten „Atelier-Service“ in Form von Maßanfertigung anbieten. Kleidungsstücke, die ein wenig angepasst werden müssen, können direkt in Deutschland in dem jeweiligen Atelier verändert werden. In deutscher Kleidung steckt Potential, Tragbarkeit und Qualität. Mir selbst ist es ganz wichtig, dass ich die Persönlichkeit hinter einem Label erkenne. Genauso wie ich meine Arbeit mit Liebe und Leidenschaft ausübe, erwarte ich das auch von den Labels, die in der Etage Eins vertreten sind. Es macht besonders viel Spaß den Prozess der „Schöpfung“ – vom Entwurf bis zur Entwicklung – mitzubekommen.

FKK: Welche Hamburger Designer schätzt Du und warum?

Freddy: Es gibt so viele tolle Hamburger Designer, da möchte ich mich gar nicht festlegen. In meinen Augen steht Design aus Hamburg für eine gute Passform, schlichtes/minimalistisches Design, Qualität und eine hervorragende Verarbeitung.

FKK: Ab dem 10. August 2012 startet ja das Art & Fashion Festival „unÜBERSEEbar!“ Was genau darf der Hamburger davon erwarten?

Freddy: Das Festival bietet u.a. spannende Shows und Fotoausstellungen. Kreative werden angesprochen und eingeladen, die sich vernetzen sollen. Viele junge Hamburger Blogger werden „auf die Straße geholt“, wo sie mit den Modeboutiquen des Überseeboulevards zusammenarbeiten und z.B. die dortigen Schaufenster gestalten. Das Highlight des Festivals wird die Modenschau „Länge läuft“ am 25. August sein, die aus einer Kooperation der ansässigen Händler besteht. Es wird eine 4-stündige Show, zu der jeder kommen und gehen darf, wie er möchte.

FKK: Wonach bist Du bei der Outfit-Auswahl für die Modenschau „Länge läuft“ gegangen?

Freddy: Nach der kommenden Winterkollektion, die die Designer mir geschickt haben. Mir ist es dabei wichtig, dass jedes Label so präsentiert wird, wie es wirklich ist und wofür es steht.

Vielen Dank, lieber Freddy, für das tolle Interview. Uns hat es viel Spaß gemacht und wir wünschen Dir mit Deiner „Etage Eins“ weiterhin so viel Erfolg!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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